Achim`s Kunst

Zeitungsartikel: Zur Vernissage Badekleidung erwünscht

Zur Vernissage Badekleidung erwünscht – Zeitungsartikel zur Unterwasser-Ausstellung von AKT

Zur Vernissage Badekleidung erwünscht

Diese Archivseite dokumentiert den originalen Zeitungsartikel „Zur Vernissage Badekleidung erwünscht“ über die ungewöhnliche Unterwasser-Ausstellung des Aktion Kunst Team AKT im Kempener Schwimmbad aqua sol. Der Artikel wird nachfolgend im Wortlaut wiedergegeben und anschließend durch einen weiterführenden Reflexionstext ergänzt.

Originalartikel

Zur Vernissage Badekleidung erwünscht

Von Sylvia Berndt

Kunst sieht man mittlerweile überall. An Häuserwänden, in Bankgebäuden, sogar in den Eingangshallen von Krankenhäusern. Ein ganz erstaunliches Experiment wagt nun das „Aktion Kunst Team AKT“ vom 1.-8.Juli: „AKT“ stellt Kunstwerke im Kempener Schwimmbad „aqua sol“ aus – unter Wasser!

„Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muß der Berg eben zum Propheten kommen.“ So erklären Achim Frenzel und Peter Neumann, kurz „AKT“, ihre Ausstellung „Begreifen neuer Räume“.

„Kunst in einem Museum auszustellen ist langweilig.“ meint Frenzel. „Wir suchen ein neues Forum, in dem wir unsere Werke präsentieren können. Das Forum wird dadurch selbst zur Kunst und der Betrachter ein Teil von ihr.“

Wichtigster Punkt für „AKT“ ist, daß das Schwimmbad von vielen ganz unterschiedlichen Menschen besucht wird und nicht nur von Museumsfreaks.

Ausgefallen, verrückt oder auch genial – alle Bewertungen des ungewöhnlichen Projektes treffen zu. Die beiden Künstler schweißen elf ihrer Werke in fünf Millimeter starken Kunststoff ein und versenken sie eine Woche lang in die blauen Tiefen des Kempener Schwimmbades „aqua sol“.

„Ich bin schon gespannt darauf, wie die Leute reagieren.“ meint Peter Neumann. „Sie können sich die Bilder vom Beckenrand aus ansehen oder auch schwimmend. Am meisten freuen wir uns natürlich, wenn sie zu ihnen hinabtauchen.“

„Während die Besucher die Bilder bestaunen, werden sie übrigens gefilmt. Eine fest installierte Videokamera der Firma „Ton & Technik“ läuft und auch Taucher werden immer wieder Aufnahmen mit „Sub Imagine“ Unterwasser-Kameras machen. Ist eine Video-Cassette voll, wird sie auf einem Monitor abgespielt, so daß sich jeder Besucher selbst noch einmal betrachten kann.

Als Kunstteam wirkt „AKT“ durch eine ganz ungewöhnliche Verschmelzung zweier Talente. Der Fotograf Peter Neumann und der Schmuckdesigner Achim Frenzel fügen ihre Arbeiten zusammen, so daß sie nicht länger wie Einzelteile wirken, sondern wie eine gewachsene Einheit, wie ein Salzkorn, das sich auf schweißnasser Haut kristallisiert. Was genau die Künstler ausstellen werden, ist derzeit noch geheim. Nur so viel verriet „AKT“: Es handelt sich um großformatige Fotos verschiedenster Motive, verschmolzen mit bizarren Schmuckstücken.

Ab dem 19. Juni, also noch vor Beginn der Vernissage im Schwimmbad, werden die Künstler einen Teil ihrer Werke in den Geschäftsräumen der Kempener Sparkasse ausstellen. Die Verbindung zwischen den beiden Ausstellungen wird hergestellt, indem Videobilder aus der „aquasol-Ausstellung“, sobald verfügbar, auf einem Monitor in der Sparkasse abgespielt werden.

Bis die Künstler jedoch zur feierlichen Ausstellungseröffnung schreiten können – Badekleidung erwünscht! – bleibt noch einiges zu tun. Die Bilder müssen wasserdicht in Kunststoff verschweißt werden. Bei einem Probetauchen, dem „WIR“ beiwohnen durften, forschten die Künstler nach möglichen Fehlerquellen.

Wenig überrascht zeigten sich die Künstler, als sich die preiswertere Version der drei getesteten Schutzfolien sofort auflöste. „Ich werde einige meiner Schmuckstücke zugunsten der Ausstellung zu verkaufen“, schmunzelt Achim Frenzel. Und „WIR“ raten: Jetzt zugreifen, noch sind sie erschwinglich!

„Begreifen neuer Räume“
Ausstellung vom 1. – 8.Juli
im Kempener Schwimmbad
aqua sol

Fotos: Sabine Neumann


Reflexion zu Kunst, Wissenschaft und öffentlicher Gestaltung

„Die hier versammelten Zeitungsartikel sind nicht bloß Relikte vergangener Tage,

Die hier versammelten Zeitungsartikel sind nicht bloß Relikte vergangener Tage, sondern lebendige Spuren eines Weges, der sich im Spannungsfeld von Erkenntnis und Gestaltung entfaltet hat. Sie tragen Zeugnis von einer Zeit, in der das Denken nicht im Abstrakten verharrte, sondern danach strebte, Gestalt anzunehmen – sichtbar, erfahrbar und wirksam.

Es war mir früh beschieden zu erkennen, dass das Wahre sich nicht im isolierten Fach erschließt, sondern im Zusammenklang der Kräfte. Wissenschaft und Kunst, Analyse und Form, Zahl und Schönheit – sie sind keine Gegensätze, sondern Ausdruck ein und derselben Ordnung. Besonders in den Jahren auf dem Laborschiff am Rhein, inmitten der Strömungen und Wandlungen der Natur, offenbarte sich mir diese Einsicht mit eindringlicher Klarheit. Dort, wo das Leben sich in seinen feinsten Strukturen zeigte, begann ich zu begreifen, dass selbst die strengste wissenschaftliche Betrachtung stets auch eine ästhetische Dimension in sich trägt.

So erwuchs aus der Erkenntnis der Wunsch nach Darstellung. Nicht im Verborgenen sollte das Gedachte verbleiben, sondern hinaus in den Raum der Öffentlichkeit treten. Die Zeitungsartikel, die aus dieser Bewegung hervorgingen, sind Ausdruck dieses Willens. Sie berichten nicht allein von Ergebnissen, sondern von einem Prozess – von dem Ringen um Form, um Klarheit und um Selbstständigkeit.

Denn ebenso notwendig wie die Erkenntnis war die Freiheit, ihr zu folgen. Die Gründung eines eigenen künstlerischen Unternehmens wurde mir zum Mittel, diese Freiheit zu bewahren. Sie erlaubte es mir, die Verbindung von Wissenschaft, Gestaltung und unternehmerischem Handeln in eigener Verantwortung zu leben und zu entfalten – fernab der Begrenzungen, die sich allzu oft aus bloßer Anpassung ergeben.

Wenn ich heute auf diese Zeugnisse zurückblicke, so erkenne ich darin nicht nur Vergangenes, sondern eine fortdauernde Bewegung. Sie erzählen von einem Denken, das sich nicht zufrieden gibt, sondern weiterfragt; von einem Schaffen, das nicht endet, sondern sich wandelt. Gerade in einer Zeit, in der die Gewissheiten der akademischen Welt zu verblassen scheinen und viele den Wert des Wissens neu befragen, erscheint mir dieser Weg von besonderer Bedeutung.

Aus ihm heraus erwächst nun ein neuer Gedanke: die Gründung einer Universität mit dem Namen „Götz von Berlichingen“. Nicht als bloße Institution gedacht, sondern als lebendiger Ort des freien Geistes – ein Raum, in dem Erkenntnis und Gestaltung sich begegnen dürfen, ohne sich einander zu unterwerfen. Inspiriert vom Geist Goethes soll sie das verkörpern, was Bildung im Innersten sein kann: ein Akt der Selbstbestimmung.

So mögen diese Artikel dem Betrachter nicht nur als Rückblick erscheinen, sondern als Einladung. Als Hinweis darauf, dass jeder Weg, so individuell er auch sei, Teil eines größeren Zusammenhangs ist – und dass im Streben nach Wahrheit stets auch die Schönheit ihren Ort hat.“

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